WIN

Wirtschaftsinitiative Nord für Heilpädagogik und Sozialtherapie

„Ich hätt' gern einen Cappucino...” – Haben Sie auch schon ein Bistro-Café in Ihrer Einrichtung? Die Kaffeekultur hält Einzug in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Und das ist nur ein Aspekt des Wandels, den wir durchleben. Viele Neuerungen in der Lebensqualität sollen finanziert werden, oft begleitet von Renovierungsaufwand und Modernisierungs-Prozessen. Mit den knappen staatlichen Vergütungssätzen ist das nicht leicht zu bewältigen. Über die Treuhandstelle wurden vielfach Investitionen in kleinen heilpädagogischen und sozialtherapeutischen Einrichtungen mit Zuwendungen und günstige Darlehen gefördert. In der Region Nord des anthroposophischen Fachverbandes sind die meisten Einrichtungen klein und geraten schnell an die Grenze ihrer Möglichkeiten, wenn etwas verändert werden soll. Seit gut 10 Jahren arbeitet deshalb eine Reihe von ihnen im Rahmen der WirtschaftsInitiative Nord (WIN) unter dem Schirm der Treuhandstelle zusammen.

Die Ziele der WIN sind, sich gegenseitig Sicherheit in Form von Bürgschaften zu geben. Viele wichtige Vorhaben wie die Einrichtung einer Bäckerei mit Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen oder die Modernisierung der zentralen EDV-Anlage konnten damit realisiert werden. Ihr gehören Gemeinschaften der anthroposophischen Heilpädagogik und Sozialtherapie an, insbesondere gemeinnützige Vereine und gemeinnützige GmbHs. Als Fernziele gelten zukunftsweisende Formen von Finanzhilfen, beispielsweise ein gemeinsamer Liquiditätspool. Die Initiative bildet eine Gruppe innerhalb der Gemeinnützigen Treuhandstelle Hamburg e.V.. Die Geschäftsstelle unterstützt die Mitglieder bei bankfachlichen Fragen zur Bürgschafts- und Kreditverwaltung. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten ergeben sich aus dem engen Kontakt zur GLS-Bank.

Drei- bis vielmal jährlich finden Treffen der Mitglieder statt. Neben den Anträgen auf Bürgschaften werden auch sozialpolitische Entwicklungen besprochen. Die Treffen dienen auch der Gemeinschafts- und Vertrauensbildung, in kollegialer Weise wird über die wirtschaftliche Situation der Einrichtungen, über Projekte oder Qualitätssicherung etc. beraten.

Der WIN-Effekt geht weit über die finanzielle Förderung hinaus; er umfasst eine verbesserte regionale Zusammenarbeit, gegenseitige Beratung und Bündelung fachlicher Kompetenzen. Damit hat die Gemeinschaft immer wieder Kräfte zur Eigeninitiative und gemeinsamen Bewältigung wirtschaftlicher Fragestellungen geweckt und so substanziell dazu beigetragen, dass anthroposophische Einrichtungen der Behindertenhilfe florieren.

 

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